Die Wandkeramik

Lies Ebinger in der Ausgabe der Festschrift von 1991.

Die Wandkeramik

Grundlage für die Idee der Wandgestaltung war das schmiedeeiserne K R E U Z, das die Altarrückwand bestimmt und das in seiner-Aussagekraft in der farbigen keramischen Gestaltung noch unterstrichen werden sollte. Die Bedeutung und Wirkung des Kreuzes Jesu Christi sollte in dem Wandbild dargestellt werden. Das schmiedeeiserne Kreuz ist der Stamm des W E I N S T 0 C K E S. Christus als Gottes Sohn ist Wurzel und Stamm zugleich, der die    Reben des Altn und Neuen Bundes und im weiteren Sinne das ganze Menschengeschlecht trägt.

Er ist der Weinstock, wir sind die Reben. Man bedenke auch das andere Wort Jesu: "Von jetzt ab werde ich nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstockes trinke bis zu dem Tage, da ich es ganz neu mit euch trinke im Reich des Vaters". Dieses Wort führt uns in der Betrachtung des Bildes zu der Darstellung des H I M M L I S C H E N  J E R U S A L E M. Die goldene Stadt, hoch auf dem Berg, steht für die Hoffnung auf eine andere Welt in der Frieden und Gerechtigkeit herrschen. Die Stelle im Neuen Testament, die sich auf dieses Bild bezieht, ist im Ton    modelliert (Offb. 21, 3+4). "Siehe, die    Stätte Gottes bei den Menschen...". Auch hier ist wieder der Blick auf das Kreuz    gerichtet, das uns den Zugang dorthin verschafft.

Unser Blick geht auf dem Bild weiter nach links wo sich E N G E L S G E S T A L T E N andeuten; himmliche Wesen als Bindeglied zwischen der Welt Gottes und unsere Welt.

Wenn wir den Weinstock betrachten: die    Wurzel, den Stamm, die Reben - Ursprung und Jetztzeit und Ausblick - erkennen wir        den Zusammenhang der Schöpfung und preisen mit den Worten aus dem Alten Testa    die Größe Gottes: "Solange die Erde steht, soll nicht aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht". Die Reben ragen auf der rechten Seite des Altarbildes zur D 0 R N E N K R 0 N E hin die sich verwandelt: aus den Dornen werden Strahlen.

Auch farblich ist diese Verwandlung angedeutet: die D 0 R N E N haben    einen violetten Farbton, der Trauer bedeutet; die S 0 N N E N S T R A H L E N dagegen haben die Farbe der, Freude, das Rot. Die Verwandlung verweist auf den Sieg über den Tod. Gleichzeitig ist die Krone das Symbol der Königswürde des Herrschers. So sehen wir die beiden Formen Tod und Auferstehung. Von diesem Geschehen gehen die Ströme unseres Lebens aus, die W A S S E R  D E S  L E B E N S.Die WandkeramikDie Ströme des Lebens, die aus der unfaßbaren Kraft des Schöpfers ausgehen, werden in Worte gefaßt in der B I B E L.  Als Symbol für das Wort Gottes und für den Umgang jedes Einzelnen mit diesem Wort stehn die G E S E T Z E S T A F E L N.

Ganz am Ende des rechten Bildteils ist noch eine Andeutung einer T Ü R. Wie man durch eine Tür tritt und sich in einem anderen Raum befindet, so ist jeder eingeladen, das Wort Gottes zu hören und zu gebrauchen. Jeder wird dann von dem anderen Raum, für sich ganz persönlich, etwas erfahren.

Lies Ebinger (1991 - Aus ihrer keramischen Werkstatt in Bad Ems kam der Entwurf und die Gestaltung der Wandkeramik)