Theologisches Kamingespräch
neue Veranstaltungsreihe im Winter 2018/19

Das Theologische Kamingespräch ist eine neue Veranstaltungsreihe, die Pfarrerin Dr. Juliane Schüz in den Wintermonaten in unserer Gemeinde anbietet. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an einem Mittwochabend auf ein theologisches Thema einzulassen.

Theologisches Kamingespräch
neue Veranstaltungsreihe im Winter 2018/19

Das Theologische Kamingespräch ist eine neue Veranstaltungsreihe, die Pfarrerin Dr. Juliane Schüz in den Wintermonaten in unserer Gemeinde anbietet. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an einem Mittwochabend auf ein theologisches Thema einzulassen.

Mittwoch 5.12.
Mittwoch 30.1.
Mittwoch 27.2.
je um 19.30 Uhr

Wir treffen uns im Gemeindesaal, um uns gemeinsam mit einem theologischen Thema zu beschäftigen, entweder im Dialog mit theologischen Texten oder einer theologischen Expertin. Die Atmosphäre mit Tischkamin, einem Glas Wein und einem interessanten Text oder Gesprächspartner soll einen guten Raum für den fruchtbaren Dialog ermöglichen.

Die Abende können auch einzeln besucht werden und sind in sich abgeschlossen.

Mittwoch 5.12., 19.30 Uhr

Das Wunder der Weihnacht – Ein Abend, um in die theologische Tiefe des Weihnachtsfestes einzusteigen

Das große „incarnatus est“, die Fleischwerdung des Wortes ist die theologische Deutung der Geburt Jesu von Nazareth. Im Glaubensbekenntnis heißt es durch Jahrhunderte: „der empfangen ist vom heiligen Geist und geboren ist aus der Jungfrau Maria“. Zwar legen manche Interpreten dar, die Rede von der Jungfrauengeburt sei ein Übersetzungsfehler und es müsste ‚junge Frau‘ heißen, doch liegt in der Rede von der Jungfrauengeburt mehr verborgen, als die Entscheidung für oder gegen etwas naturwissenschaftlich Unmögliches. In dieser Erzählung wird die Besonderheit dieser Geburt zum Ausdruck gebracht; das, was wir Inkarnation, d.h. Fleischwerdung Gottes, nennen, was sich im Familienfest mit Weihnachtsgeschenken ausdrückt und dieses doch übersteigt.

Bei unserem ersten theologischen Kamingespräch lade ich Sie herzlich ein, Weihnachten mit mir theologisch zu betrachten und zu diskutieren. Wir werden dies tun in Auseinandersetzung mit zwei wunderschönen Texten zur Weihnacht von den evangelisch-reformierten Theologen Karl Barth (1886-1968) und Friedrich Schleiermacher (1768-1834). Beide nehmen ganz unterschiedliche Standpunkte zum Thema ein.

Wer schon vorher ein bisschen lesen möchte, kann gerne ab November per Mail als pdf oder als Kopie vor Ort die Texte über das Gemeindebüro bei Frau Keiper anfordern (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! / 06723 3385). Dies ist aber keine notwendige Voraussetzung für das Gespräch am Abend, denn eine Auswahl aus den Texten wird von mir für alle mitgebracht.


Mittwoch 30.1., 19.30 Uhr
Gast: Dr. Ruth Huppert

‚… der Dich auf Geiers Fittichen sicher geführet…‘ (aus EG 316, Strophe 2, ein bisschen verändert) – von der theologischen Bedeutung des Übersetzens

Am Anfang der Reformationsbewegung stand die Neuentdeckung der Ursprungstexte der Bibel. Nicht mehr die lateinische Übersetzung sollte für Auslegung im Gottesdienst und theologische Argumentation an der Uni herangezogen werden, sondern der hebräische Text für die Bücher des so genannten Alten Testaments und der griechische Text für das Neue Testament.

Mit dem Übersetzen ist das so eine Sache. Folgende – vielleicht nur gut erfundene – Geschichte bringt eine der Schwierigkeiten beim Übersetzen sehr alter Texte humorvoll auf den Punkt:
Einst fütterte man den ersten Computer mit Übersetzungsprogramm mit einem Spruch aus der Bibel, Mt 26,41: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ Das Computerprogramm übersetzte den Satz ins Russische und anschließend wieder zurück ins Deutsche. Heraus kam: „Von den Fleischgerichten sollte man die Finger lassen, aber der Schnaps ist gut.“

Mit einer kurzen Einführung zum Text der Bibel, geht es mit eindrücklichen und auch lustigen Beispielen aus der Praxis der Bibelübersetzenden um die Frage, was Übersetzung bedeutet und bewirken kann. Was ist eigentlich eine gute neue Übersetzung und was macht die neue Lutherübersetzung besonders? Welche versteckte Macht haben Übersetzende?

Dr. Ruth Huppert hat im Fach Altes Testament promoviert; sie ist Leiterin der Ev. Stadtakademie in Wiesbaden und wird uns durch den Abend führen.



Mittwoch 27.2., 19.30 Uhr

„Worauf kommt es im Leben an?“ – Ein Blick in den Katechismus

Bis vor wenigen Jahrzehnten wurden noch im Konfirmandenunterricht die Fragen und Antworten des Katechismus auswendig gelernt. Der Pfarrer stellte die Frage und die Jugendlichen antworteten, dann verlor diese alte Form des Lernens mit neuen pädagogischen Methoden an Relevanz. Zwar sind noch Luthers „Kleiner Katechismus“ und der reformierte „Heidelberger Katechismus“ in unserem Evangelischen Gesangbuch abgedruckt (EG 806 und EG 807), doch nutzen wir diese Texte kaum noch.

Der emeritierte Heidelberger Professor für Systematische Theologie Wilfried Härle hat nun einen neuen, kleinen Katechismus vorgelegt. Er stellt 180 Fragen und beantwortet diese mit wenigen Sätzen. Damit zeigt er, dass die vermeintlich „altbackene Form“ des Katechismus neu erfunden werden kann.

Im Heidelberger Katechismus lautet die Eingangsfrage: „Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?“; Härle fragt: „Worauf kommt es im Leben an?“ und bestätigt in seiner letzten Antwort: „darauf kommt es an“. Er zeigt sich damit als Theologe, der Stellung bezieht und Aussagen trifft. Wir müssen seinen Antworten nicht immer zustimmen und manches möchten wir ergänzen. Gerade damit eignet sich dieses kleine Büchlein hervorragend für ein theologische Kamingespräch über Form und Inhalte des Katechismus und über das, worauf es im Leben ankommt – auf den Punkt gebracht und zur Diskussion gestellt.

Ich empfehle hierzu, den Katechismus von Wilfried Härle vorab zu kaufen, er ist im Buchhandel erhältlich und kostet 8,00 €. Einige Exemplare werde ich am Abend auch zum Weiterverkauf mitbringen: „Wilfried Härle, Worauf es ankommt. Ein Katechismus, EVA Leipzig 2018, ISBN 978-3-374-05324-7“