Singer-Songwriter-Duo NORTH zu Gast!

Mittelheim. – Am vergangenen Freitag, den 21.10.2016, war das Singer-Songwriter-Duo NORTH zu Gast bei uns in der evangelischen Kirche. Der Auftritt der beiden Künstler aus der Nähe von Bad Schwalbach erfolgte auf Initiative des Geisenheimer Hobbyschriftstellers Gernod Pfeiffer, der den Weg der beiden seit langem begleitete und zahlreiche ihrer Auftritte besuchte.

20161027 BenefizkonzertAn diesem Abend kam es nun zur Premiere, dem ersten gemeinsamen Auftritt unter der Überschrift „The Book Of Love“, bei dem die zahlreichen Gäste mittels eines sehr kurzweiligen Programms, das aus einer Mischung aus englischsprachigen Balladen sowie Gedichten und Zitaten bestand, durch den Abend geführt wurden. Nachdenkliche Songtexte, begleitet von Gitarrenakkorden und vorgetragen solo oder im Duett,wechselten sich ab mit humoristischen Zitaten prominenter Persönlichkeiten, Gedichten aus der Feder von Gernod Pfeiffer selbst und Geschichten aus dem 19. Jahrhundert.20161027 Benefizkonzert 02

Vor allem die Zitate zu den Themen „Liebe“, „Ehe“ und „Kinder“, die von Simon de Beauvoir, Albert Einstein, aber auch heutigen Prominenten wie Sarah Jessica Parker stammten und vor Selbstironie strotzten, erzeugten eine sehr heitere Atmosphäre an diesem trüben Herbstabend. „Warum soll ich heiraten und einen Mann unglücklich machen, wenn ich Single bleiben und tausend unglücklich machen kann“ aus dem Munde Parkers oder „Manche Männer bemühen sich lebenslang, das Wesen einer Frau zu verstehen. Andere befassen sich mit weniger schweren Dingen, zum Beispiel der Relativitätstheorie.“, das Albert Einstein zugeschrieben wird, waren nur zwei von unzähligen themenbezogenen Aphorismen. Auch die evangelische Kirchengemeinde durfte sich über das rege Interesse freuen, da die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf und die gesammelten Spendengelder der Finanzierung des Orgelprojektes zu Gute kommen.

Würdiger Platz der Trauer für Sternenkinder

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Hallgarten. (sf) – Mit einer besinnlichen Feierstunde wurde auf dem Hallgartener Friedhof der neue Sternengarten eingeweiht. Schüler der Vincenzschule in Aulhausen, Stadtrat und Stadtverordnetenvorsteher, Eltern und Betroffene waren gekommen, um die Eröffnung eines neuen Abschnitts in der Bestattungs- und Friedhofskultur zu erleben. „Damit wollen wir den Eltern von vor der Geburt verstorbenen Kindern einen würdigen Ort zur Trauer und zum Gedenken anbieten“, so der erste Stadtrat Werner Fladung.

Die Gesetzeslage lasse dies mittlerweile zu und die Stadt biete mit dem Sternengarten eine Alternative zur anonymen Sammelkremation und Bestattung in Wiesbaden durch die Horst-Schmidt-Kliniken. Deshalb habe man den „Sternengarten“ auf dem Hallgartener Friedhof geplant. „Hier kann man den Blick, aber auch seine Gedanken schweifen lassen“, begründete er die Wahl des Standorts. Wunderschön ist der kleine Platz mit dem großen weißen Stern aus Marmorkieseln, umrahmt von schwarzen Steinen, geworden. Büsche und Blumen wie Rosen, Lavendel, Hibiscus und der „7 Söhne des Himmels-Busch“ wurden gepflanzt. Außerdem hatten Schüler der Vincenzschule Aulhausen unter der Leitung ihrer Lehrerin Marlies Spankus sternförmige Specksteine gestaltet und bei der Anlage des Sternengartens geholfen. Die Sterne der Schüler bilden den Abschluss der weißen Strahlen des großen Sterns und ein Stern wurde an einer Stele angebracht, an der ein ewiges Licht zum Gedenken Platz finden kann.

„Das ist für uns ein sehr bewegendes Projekt gewesen“, erklärte Schulleiterin Alice Doberschütz. Für die Kinder sei das Projekt „gelebte Inklusion“, denn dies sei eine der seltenen Gelegenheiten, bei der die Schüler außerhalb der Schule tätig werden konnten. Zur Einweihung waren die Schüler Tim und Helene mitgekommen, die rührend von ihrer Arbeit an den Sternen erzählten. „Wir werden den Sternengarten immer wieder mal mit den Kindern besuchen“, erklärte Doberschütz und sprach davon, dass auch sie und ihre Kollegen im Alltag oft mit dem Tod von Kindern konfrontiert würden und ein Ort der Trauer, wie der Sternengarten, allen Betroffenen Trost spenden könnte. Auch Heinz-Georg Bialonski von der evangelischen Kirchengemeinde betonte in einem Grußwort, wie sehr man die Einrichtung dieses Platzes der Trauer begrüße. Stadtverordnetenvorsteher Roland Laube überbrachte die Grüße des Parlaments, das politisch den Weg zu dem Sternengarten bereitet hatte. In einem kleinen Gottesdienst weihten Pfarrerin Mareike Frahn-Langenau und die katholische Gemeindereferentin Julia Sperber-Hartmann den Sternengarten ein.

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Mit der Einweihung des Sternengartens habe man einen Ort des Trauerns geschaffen, der neue Wege auf dem Friedhof einschlägt, so Fladung. Er sprach mit großen Emotionen davon, dass die Einrichtung eines Sternengartens schon lange überfällig gewesen und dieses Projekt ihm selbst ein Herzens-Anliegen gewesen sei. „Für Menschen, die während einer Schwangerschaft ein Kind verloren haben, fehlte bisher ein Ort, an dem sie mit ihrer Trauer oder auch ihrem verzweifelten Zorn hinkommen können“, so Fladung. Vielleicht hätten sie erst kürzlich ein Kind verloren oder schon vor einiger Zeit, aber keine Möglichkeit gehabt, der Trauer Ausdruck zu verleihen. „Oder aber sie konnten aus welchen Gründen auch immer die Schwangerschaft nicht fortsetzen und spüren, dass diese Wunde noch immer schmerzt“, so der erste Stadtrat. „Wir möchten Ihnen hiermit einen würdigen Ort des Trauerns, des Gedenkens und des Trostes anbieten. Wir hoffen, dass es den Betroffenen eine Hilfe ist, zu wissen, dass das eigene Kind geborgen ist, auch wenn die Eltern ihm nicht beistehen können. Es ist nicht verloren und es ist auch nicht vergessen, der Name, der ihm auf einem der kleinen Sterne gegeben wird, ist der Name, mit dem es einen bleibenden Platz im Herzen der Eltern und damit auf dieser Welt hat“, so Fladung. Für ein in der Schwangerschaft verstorbenes Kind können die Eltern einen bunten kleinen Stern für den Sternengarten erhalten. Darauf können sie Namen und Todestag ihres Kindes eingravieren lassen. Informationen dazu gibt es bei der städtischen Friedhofsverwaltung.

Dekanat Rheingau-Taunus feiert auf Schloss Vollrads

Wiesbadener Kurier vom 19.07.2016 - von Carolin Strohbehn

RHEINGAU-TAUNUS - Das neu gegründete evangelische Dekanat Rheingau-Taunus hat am Sonntag ein Sommerfest auf Schloss Vollrads gefeiert. Zum 1. Januar ist es durch eine Zusammenlegung der Dekanate Idstein und Bad Schwalbach entstanden. Aus Anlass des Neubeginns wurde im Privatgarten von Schloss Vollrads gefeiert.

Das Fest stand unter dem Motto „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ – ein Bibelzitat aus Psalm 31. „Das neue Dekanat ist in der Tat ein weiter Raum“, sagte Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Mit 800 Quadratkilometern dürfte es sogar eines der größten in der EKHN sein. In dem Gebiet gibt es 53 000 Gemeindemitglieder in rund 50 Gemeinden und 500 hauptberufliche Mitarbeiter. „Da kann man wirklich von Weite reden.“

Stellungnahme zu Skepsis der Kirchenangehörigen

Dr.Jung web C.Weise 01Jung nahm in seiner Rede auch zu der Skepsis vieler Kirchenangehörigen Stellung: Viele befürchten, dass in einem so großen Gebiet keine eigene Identität mehr ausgeprägt werden könne und es für eine gute Organisation zu groß sei. „Ich möchte überhaupt nichts schön reden“, sagte Jung. Es mache Mühe zwei Dekanate zusammenzuführen, aber sie könnten an viele Jahre guter gemeinsamer Arbeit anknüpfen.

Zudem betonte er in seinem Grußwort, dass die Zusammenlegung auf menschlichen Entscheidungen beruht und nicht als himmlische Weisung zu verstehen sei. „Wir brauchen arbeitsfähige Strukturen – gerade dann, wenn wir weniger werden. Wir versuchen zu strukturieren und zu organisieren. Wir folgen dabei keiner himmlischen Offenbarung, aber wir bitten um den Beistand Gottes bei unseren Entscheidungen – damit er etwas Gutes daraus werden lässt“, bemerkte der Kirchenpräsident in seinem Grußwort.

Das Psalmwort ginge aber auch weiter und nehme den Menschen in Not in den Blick. In dem neuen Dekanat wäre die Hilfe am Menschen trotz der organisatorischen Umstellung lobenswert. „Es gibt ökumenisches Engagement und wirklich viel Diakonie, weil die Menschen verstanden haben, dass der Glaube nicht bei sich selbst bleiben kann, sondern wahrnimmt, wenn Menschen Hilfe brauchen“, sagte Jung. Im letzten Jahr habe sich dies besonders in der Flüchtlingsarbeit gezeigt.

Gemeinden gestalten Zukunft gemeinsam

Dekan Klaus Schmid begrüßte die Gäste auf der Bühne des Schlossgartens, indem er auch auf das Psalmwort einging. „Das klingt nach Aufbruchstimmung, nach neuen Möglichkeiten und natürlich nach Weite.“ Die letzten Monate habe er positiv wahrgenommen. „Ich erlebe viel Schwung und Lust auf die Zukunft. Und eine Neugier auf die Schätze des bisher jeweiligen Nachbarn. Endlich ist der lange Prozess der Vorbereitung vorbei.“ Er gehe mit viel Arbeit und genauso viel Freude in die Zukunft und freue sich auf das, was die Gemeinden gemeinsam als Kirche gestalten dürfen.

Im Mittelpunkt des Festes stand der Auftritt der Band Habakuk unter der Leitung von Pfarrer Eugen Eckert. Die Band spielt neue geistliche Lieder und wurde bereits 1975 auf dem evangelischen Kirchentag in Frankfurt gegründet.