Großes ökumenisches Ereignis

10.10.2013 - Über hundert Menschen pilgern durch den Rheingau.

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Beginn der Schweigezeit am Haus Nothgottes.

Rheingau - Über 100 Menschen aus allen Konfessionen und aus dem gesamten Kreisgebiet und darüber hinaus, haben sich beim dritten Dekanatspilgertag gemeinsam auf den Weg gemacht um „mit den Füßen zu beten.“ In diesem Jahr ging es unter dem Thema „Heilige im Rheingau“ von Kloster Eibingen, über das Haus Nothgottes, die Antoniuskapelle, Kloster Marienthal zur Evangelischen Kirche nach Oestrich-Winkel. „Meine Gebete wurden erhört!“

rief eine ältere Dame spontan als, sie vom Dekanatspilgertag hörte. „Auf so ein Ereignis habe ich lange gewartet, jetzt kommt ökumenisch etwas ins Rollen.“

20131010 Beginn der Schweigezeit am Haus Nothgottes02Sie wurde nicht enttäuscht. „Es ist eine Ehre, dass wir den Pilgertag hier im Kloster Eibingen beginnen dürfen“, sagte Dekan Klaus Schmid bei der ersten Andacht. Sich zusammen auf den Weg zu machen, das war erklärtes Ziel des Pilgertages. Immer wieder führte der Pilgerweg vorbei an Kapellen oder Kirchen. Dabei wurden sie stets vom Posaunenchor Geisenheim unter der Leitung von Horst Feig empfangen.

Der Pilgerzug hielt an der elf Kilometer langen Strecke insgesamt sechs Mal, um an Klöstern, Kirchen und einer Schutzhütte in den Weinbergen bei einer Andacht innezuhalten. Im Kloster Marienthal wurden sie vom Quardian Pater Bernold freundlich empfangen, der sich freute, so viele Evangelische Brüder und Schwestern in seiner Kirche begrüßen zu dürfen. In Marienthal machten die vielen Pilger dann auch Rast. Überall wurden Tischtücher ausgebreitet, sich gegenseitig eingeladen oder einfach die Sonne genossen.

An den Rast-Stätten hörten die Pilger Andachten, die sich alle um Menschen drehten, die in der katholischen Kirche als Heilige verehrt werden: Etwa Hildegard von Bingen, Franz von Assisi und Antonius von Padua, Menschen aus eienr Zeit, in der noch nicht unterschieden wurde zwischen evangelisch und katholisch. Dekan Klaus Schmid betonte den Stellenwert dieser Personen auch für die Evangelische Kirche. Sie seien Vorbilder.

Den ganzen Tag über war bei vielen Pilgern, ob sie nun Neulinge oder erfahrene Pilger waren, eine große Euphorie und Gemeinschaft zu spüren, die bei vielen in sehr positiver Erinnerung geblieben ist. Etliche sagten zu, beim nächsten Pilgertag am 3. Oktober 2014 wieder mit dabei zu sein.

Neue Abendmahlskanne

Evangelische Kirchengemeinde führte ihre neue Abendmahlskanne ein!

Rheingau-Echo, 04. April 2013 - Oestrich-Winkel. (ks) – An Gründonnerstag gedenken Christen dem letzten Abendmahl, das Jesus von Nazareth mit seinen zwölf Jüngern am Vorabend seines Kreuzestodes feierte. Bei diesem Mahl stiftete Jesus mit dem Auftrag „Tut dies zu meinem Gedächtnis“das gemeinsame Mahl als Zeichen seiner bleibenden Gegenwart in der Gemeinde.

Für christliche Kirchen ist das Abendmahl ein wichtiger Bestandteil des Gottesdienstes.

In Mittelheim war an Gründonnerstag das letzte Abendmahl zugleich das erste, bei dem das Abendmahl mit dem nun vollständigen neuen Abendmahlsgerät gefeiert werden konnte. Die neue Abendmahlskanne ist die letzte Anschaffung im Rahmen des von Pfarrer Johannes Hoeltz initiierten Projekts, das frühere abgegriffene Abendmahlsgerät durch ein Neues zu ersetzen.

Entstanden war dieses Projekt anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Mittelheimer Kirche im Jahr 2007, als beschlossen wurde, durch die Neuanschaffung des Abendmahlsgeschirrs die Wertigkeit der Gegenstände deutlich zu machen.

Nach einem Besuch des Kirchenvorstandes in einer Frankfurter Silberschmiedewerkstatt war entschieden: Das Künstlerehepaar Charlotte Gehring und Marc Hilgenfeld wird ein Abendmahlsgeschirr aus massivem Silber anfertigen, welches genau den Ansprüchen und Wünschen der Kirchengemeinde entspricht. Seitdem wurden bereits zwei Kelche, zwei Patenen, die Brotteller sowie die Pyxis, eine Dose für die Hostien, erworben.

Die neue Abendmahlkanne vervollständigt seitdem vergangenen Donnerstag die Mittelheimer Abendmahlsutensilien als wichtiger Bestandteil. Laut Pfarrer Hoeltz ist die Kanne ein typisch evangelisches Abendmahlsgerät, das notwendig wurde, als Martin Luther mit der Reformation wieder den Kelch für alle Gemeindemitglieder einführte.In der Mittelheimer Gemeinde hat das Projekt „neues Abendmahlsgerät“ seit Beschluss der Neubeschaffung große Unterstützung gefunden. Durch zahlreiche große und kleine Spenden konnten die rund 9.000 Euro für die neue Kanne in relativ kurzer Zeit aufgebracht werden. Wünschenswert sei nun die generationsübergreifende Wertschätzung des Abendmahlgeschirrs, an dessen Realisierung zahlreiche Gemeindemitglieder beteiligt waren. Schließlich werden hoffentlich noch Enkel und Urenkel dieses Geschirr nutzen.

Bleibet hier, wachet und betet

Roger Töpelmann, Pressesprecher Propstei Süd-Nassau, Wiesbaden

Evangelische Kirchengemeinde Oestrich-Winkel bietet zu Ostern - im Kloster Eberbach - einmaliges religiöses Erlebnis

Wiesbaden, 31.03.2013. Die Osternacht in Kloster Eberbach im Rheingau zählt zu den eindrucksvollen religiösen Erlebnissen im Festkreis der Kirche. Am frühen Ostersonntag versammelten sich bei Temperaturen um den Gefrierpunkt über 200 Besucher am Osterfeuer vor dem Laienrefektorium.

Die Liturgie bestimmt hier den Wechselruf „Bleibet hier und wachet mit mir“ – wachet und betet“. Mit dem Pfarrer der Evangelische Kirchengemeinde Oestrich-Winkel, Johannes Hoeltz und dem Propst für Süd-Nassau, Dr. Sigurd Rink, zogen die Frühaufsteher in die mittelalterliche Basilika ein, vorweg trug eine Konfirmandin die Osterkerze. Hoeltz erinnert im noch völlig dunklen Kirchenschiff die getauften Christen an ihre Verpflichtung allem Bösen zu widerstehen und fordert dieses Versprechen dann den drei Konfirmandinnen ab:  Im Kerzenlicht der Umstehenden empfangen Franziska Feske, Jacqueline Brückner und Luisa Bergmann das Sakrament der Taufe. Für jede hat Hoeltz einen Taufspruch parat. Eine Zusage fürs Leben. Der Geistliche sprengt Wasser auf die Köpfe der Dreizehnjährigen. Dann setzt sich  die Prozession zum Altar fort. Rink, Hoeltz, die Liturgen Udo Seip und Arno Witschonke lesen die alten Bibeltexte von der Schöpfung, Sintflut und der überlieferten Rettung des Volkes Israel am Roten Meer.

Langsam dringt durch die Kirchenfenster ein wenig Tageslicht. Sänger und Sängerinnen der Neuen Rheingauer Kantorei unter Leitung von Tassilo Schlenther haben im Altarraum Aufstellung genommen, um die Osterbotschaft zu verkünden: „Christ ist erstanden“. Die Gläubigen erwidern den Gruß mit der Versicherung, der Herr sei wahrhaftig auferstanden. Posaunen und Trompeten unterstreichen  die morgendliche Verkündigung, die bekanntlich zum Kern des christlichen Glaubens zählt. Erstmals an diesem Morgen erschallt nun auch Glockengeläut. Simon Tiels, organisatorisch Verantwortlicher des Klosters Eberbach, hat das Glockenseil von der Apsis zum Altar heruntergelassen und bewegt nun kräftig die Glocke über dem Dach. Zum Abendmahl kommen die Besucher in Scharen zum Altar. Brot und Wein werden von Helfern in die Runden gereicht. Ein eindrückliches Zeichen christlicher Zusammengehörigkeit. Nachdem beide Pfarrer den Segen gesprochen haben, lädt Hoeltz zu einem Kaffee ins Refektorium ein. Nicht ohne dem Kloster und ihrem Stiftungsgeschäftsführer Martin Blach für die geistliche Gastfreundschaft am anbrechenden Osterfest zu danken.