Gedenken an die Verstorbenen in der Hoffnung auf Frieden

Rheingau-Echo - 19.11.2015 -

Ernste Stimmung bei der Feierstunde zum Volkstrauertag am Hallgartener Ehrenmal

Bürgermeister Heil bat um eine Schweigeminute für die Opfer des Terroranschlages in Paris.

Oestrich-Winkel. (sf) – „In dem großen menschlichen Leid und dem Elend, dass er auslöst, hat sich bisher kein Krieg vom anderen unterschieden. Frieden und alles, was dazu beiträgt, ist unzweifelhaft die wichtigste Grundlage jeder positiven menschlichen Entwicklung. Und um uns das zu vergegenwärtigen, sind wir heute hier. Wir gedenken der Opfer von Krieg und Gewalt in allen Ländern der Erde. Wir trauern um die Toten der Weltkriege, trauern mit den Vertriebenen und Hinterbliebenen.

20151119 Volkstrauertag01Wir gedenken derer, die weltweit ihr Leben verloren haben, weil sie sich gegen eine Gewaltherrschaft stellten und derer, die ermordet wurden, weil sie zu einer Minderheit zählten. Wir gedenken der Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung und derjenigen, deren Leben aufgrund von Krankheit oder Behinderung von anderen für unwert erklärt und die in Folge getötet wurden. Und wir drücken hier und heute unsere Hoffnung aus, aus der Vergangenheit zu lernen und in Frieden zu leben“, erklärte Bürgermeister Michael Heil am vergangenen Sonntag in seiner Ansprache zum Volkstrauertag am Ehrenmal in Hallgarten. Trotz dieser Hoffnung auf Frieden sei man aber realistisch und wisse, dass auch heute in vielen Ländern der Welt Krieg herrscht, in Syrien, Afghanistan, Eritrea und Nigeria. „Alle, die wir hier zusammen stehen, sind privilegiert. Natürlich nicht im Sinne von Sonderrechten, aber in dem Sinne, dass wir in einem Land leben, in dem Frieden herrscht und ein Rechtssystem, das staatliche Willkür ausschließt. Schauen wir uns auf der Welt um, dann müssen wir feststellen, dass in der Mehrheit der Länder entweder Krieg herrscht oder Gewalt regiert, deren Willkür jeder zu jeder Zeit zum Opfer fallen kann, oder wo zumindest in vielen Staaten die Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Staatlich gebilligte Folter, Habgier der Herrschenden, de facto Rechtlosigkeit der Mehrheit der Bevölkerung durch Korruption und Ineffizienz in der Behördenarbeit sowie Unterdrückung der Menschen durch Bildungsarmut sind nur einige Faktoren, die weltweit verbreitet sind und die dazu führen, dass in vielen Ländern kein Frieden herrscht“, so Heil. Denn Frieden sei mehr als die Abwesenheit von Krieg und nur an wenigen Orten auf der Welt gäbe es diesen Zustand: „Und wir haben das Glück, an einem von ihnen zu leben. Deshalb sind wir privilegiert. Aber mit jedem Privileg geht auch Verantwortung einher. Und unsere Verantwortung als in Frieden lebende Menschen ist es, zu mahnen, dass der Frieden keine Selbstverständlichkeit ist, sondern dass er jeden Tag auf vielfältige Art und Weise bewahrt werden muss. Und es ist Teil unserer Verantwortung, Menschen bei uns aufzunehmen, die aus Kriegsgebieten kommen und nach den Regeln der Genfer Flüchtlingskonvention Schutz bei uns suchen“, so der Bürgermeister. Er sagte, die hohe Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland komme, bringe große Herausforderungen mit sich und beunruhige viele. „Wir brauchen daher entsprechende Kontrollsysteme, schnelle Verfahren, aber auch zeitnahe Rückführungen für Menschen, die hier kein Bleiberecht haben, das ist erkannt und entsprechende Maßnahmen sind eingeleitet“, so Heil. Frieden bedeute vor allem auch sozialen Frieden. Um den zu bewahren, müsse in einer Gesellschaft Konsens herrschen über grundlegende ethische Werte: „Es muss der Wille zu einem friedlichen Miteinander da sein, unabhängig davon, welche Konflikte oder Probleme gerade an der Tagesordnung sind. Aber genau diese grundlegende Bereitschaft, Konflikte friedlich zu lösen, scheint Teilen unserer Gesellschaft gerade verloren zu gehen. Das macht nicht nur mich sehr besorgt. Wir erwarten und dürfen von den jetzt ankommenden Flüchtlingen zu Recht verlangen, dass sie sich hier in unserem Land friedlich verhalten und unsere Werte beachten, wir müssen den Frieden und diese Werte aber dann auch vorleben“, so der Rathauschef. Man dürfe es nicht zulassen, dass in Deutschland Konflikte in Gewalt eskalierten.

Gleichzeitig sagte Heil, dass er froh sei, dass es in Oestrich-Winkel bisher noch keine gewalttätigen Übergriffe auf Flüchtlinge zu beklagen gibt. „Das heißt aber nicht, dass dies nicht auch bei uns geschehen kann. Deshalb: Helfen Sie bitte alle mit, dass es nicht soweit kommt. Leben Sie Frieden, indem Sie durch Aufklärung, Vermittlung, aber auch durch das Setzen von klaren Regeln und Grenzen helfen, die Menschen, die aus Kriegsgebieten neu zu uns gekommen sind, zu integrieren. Leben Sie Frieden, indem Sie sich mit Ihrer persönlichen Meinung gegen jegliche „Gewalt-Stimmung“ stellen und helfen“, richtete Heil seine Bitte an die knapp 50 Gäste, die zu der offiziellen Feierstunde der Stadt Oestrich-Winkel nach Hallgarten gekommen waren.

Die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Hallgarten, die Reservistenkameradschaft Rheingau und die Soldaten der Patenschaftskompanie der Stadt Oestrich-Winkel umrahmten die Gedenkfeier mit einem Ehrenspalier, der Männergesangverein Hallgarten hatte die musikalische Gestaltung der Feierstunde übernommen. „Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Kinder, Frauen und Männer aller Völker, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren“, so auch Pater Hartwig und seine evangelische Kollegin Monika Kreutz. Die beiden Geistlichen gaben den Gästen ihren Segen mit auf den Weg.

Der Volkstrauertag sei ein Gedenktag, den man seit 1952 begeht und der doch auch heute noch immer aktuell sei, wie gerade auch die Attentatsserie in Paris gezeigt habe. Bürgermeister Heil bat deshalb gleich zu Beginn der Gedenkstunde um eine Schweigeminute für die Opfer des gemeinen Anschlages: „Das war nicht nur ein Attentat auf die Menschen in Paris oder Frankreich, das war ein Angriff auf das europäische Volk, auf unsere Werte, auf die Menschlichkeit und Freiheit. In Gedanken sind wir bei den Opfern und ihren Angehörigen“.

Ein Kreuz schlagen

Evangelische Sonntags-Zeitung • Von Nils Sandrisser - 07.06.2015

Oestrich-Winkel kümmert sich besonders um die Ökumene

Oestrich-Winkel ist zwar ein urkatholisches Gebiet, aber hier lebt auch eine große protestantische Gemeinde. Die bietet ihren Mitgliedern ein breites Angebot - aber nicht nur ihnen.

20150607 Oekumene

Die Ökumene bestimmt das Gemeindeleben. »In jedem Gottesdienst sind auch Katholiken dabei«, erzählt Pfarrerin Elke Stern-Tischleder.
In Oestrich-Winkel wird in der protestantischen Kirche öfter mal ein Kreuz geschlagen. Ein wichtiger Schwerpunkt der Gemeindearbeit sind ökumenische Reisen. Das sind keine reine Besichtigungstouren, sondern theologische Angebote. »Spurensuche« heißt das Thema dabei, die Oestrich-Winkeler fahren dann zum Beispiel in die Türkei nach Kappadokien zu den Stätten des frühen Christentums.

20150607 Oekumene01Die Stadt inmitten von Weinbergen ist eigentlich eine protestantische Diaspora. Der Katholizismus ist hier stark, aus historischen Gründen, denn die Ecke gehörte lange dem Mainzer Erzbischof. Seither hat sich aber einiges geändert: Der Erzbischof ist nur noch ein normaler Bischof, außerdem kein Territorialherr mehr, und viele evangelische sind zugezogen – teilweise gezwungen als Flüchtlinge nach dem Zweiten Weltkrieg, teilweise angelockt von den Arbeitsmöglichkeiten des Rhein-Main-Gebiets. Mittlerweile wohnen rund 2300 Protestanten hier.

Das Gemeindezentrum hat Pelletheizung und Solarstrom
Ihr Zentrum, das als Kirche und Gemeindehaus gleichzeitig dient, liegt idyllisch. Vom Kirchenraum geht der Blick durch eine große Glasfront über die sich träge dahinwälzenden Wasser des Rheins.

Frachtschiffe ziehen vorbei. »Meditativ « nennt Stern-Tischleder diesen Ausblick. Für einige Zeit war sie alleine für ihre Schäfchen zuständig, während sich ihre Kollegin Mareike Frahn-Langenau ihren kleinen Kindern  widmet, nun ist mit Monika Kreutz eine Verstärkung für Frahn-Langenaus Elternzeit angekommen.
Heinz-Georg Bialonski unterstützt die beiden als Vorsitzender des Kirchenvorstands. Bialonski und Stern-Tischleder arbeiten gut zusammen, telefonieren fast täglich und treffen sich mehrmals im Monat. Ein Gemeindemitglied könnte sich mit einer organisatorischen Frage sowohl an die Pfarrerin als auch an den Kirchenvorstand wenden und bekäme eine zufriedenstellende Antwort. Besonders viel Zeit haben die Theologin und der Vorstand in jüngster Zeit in das Thema Bauen investiert. Das Gemeindezentrum stammt aus den 1950er Jahren und hat kürzlich eine Pelletheizung und Sollarkollektoren bekommen. Und eine bessere Orgel: Eine neobarocke Bosch-Orgel löste das alte kleinere Instrument ab. Die neue Orgel ist aber nicht ganz neu, sondern gebraucht. Dennoch mussten die Oestrich-Winkeler dafür mehr als 225 000 Euro ausgeben. Das war eines der größten Orgelversetzungsprojekte der Landeskirche im vergangenen Jahr. Ein Aufzug soll das Zentrum barrierefrei machen, danach ist beim Thema Bau erst einmal Ruhe. An anderen Betätigungsfeldern besteht aber kein Mangel. Weltladen, Kita, Vater-Kind-Freizeiten oder das Demenz-Projekt »Sorge tragen für alte Menschen im Rheingau«, bei dem alte Menschen durch biografisches Arbeiten eingebunden werden.

Oestrich-Winkel ist eine überaus aktive Gemeinde. Vor kurzem stieg im Gemeindesaal die »Ü-41,7-Party«. »Der Titel ist nicht ganz ernst zu nehmen«, sagt Stern-Tischleder und grinst dabei. Die Feier sollte jene Generation ansprechen, die im Gottesdienst und im Gemeindeleben nur selten anzutreffen ist. Das sei auch durchaus erfolgreich gewesen, berichtet die Seelsorgerin, die Hütte sei voll gewesen. Was sicher auch an dem Programm mit DJ lag. Die Gemeinde überlegt, ob sie dieses Konzept bald wiederholen will.

Die Kinder lernen das Gemeindeleben früh kennen
Stern-Tischleder hat aus ihrer Vikariatszeit ein Projekt mitgebracht, das sie hier auch gleich ausprobiert hat: den Vor-Konfirmandenunterricht. Grundschulkinder lernen hier spielerisch, was das Kirchenjahr aus religiöser Sicht bedeutet. Dazu müssen sie noch nicht einmal unbedingt getauft sein. So lernen die Kinder das Gemeindeleben schon früh kennen – und nicht erst im Konfirmandenalter, wo erfahrungsgemäß andere Dinge als die Beziehung zu Gott im Fokus stehen. Während die Gemeinde bei den jungen Mitgliedern aktiv ist, hält sie sich in anderen Feldern lieber etwas zurück. Bei der Frage der Windkraft zum Beispiel, die derzeit im Rheingau hochemotional diskutiert wird. Die Bevölkerung ist gespalten in Befürworter und jene, die die Rotoren nicht vor der Nase haben wollen. Stern-Tischleder und Bialonski finden die Diskussion viel zu sehr politisch aufgeladen und wollen sich nicht von einer der Seiten vereinnahmen lassen. Bisher hat das auch noch niemand ernsthaft versucht, sagt die Theologin: »Das Thema wurde an uns noch nicht offiziell herangetragen.«Dagegen ist die Gemeinde aber aktiv gegen den Bahnlärm, der die Oestrich-Winkeler quält und veranstaltet zum Beispiel gemeinsame Gottesdienste mit einer Bürgerinitiative. Die Gleise verlaufen mitten durch den Ort und gleich hinter dem Gemeindezentrum. Da sind die Frachtschiffe, die an der gegenüberliegenden Seite des Hauses vorbeiziehen, doch angenehmer. Meditativ eben.

Letzte Synodentagung des Dekanats Bad Schwalbach

Rheingau-Echo (sf)

Die Tagung ging mit dem musikalisch-geistlichen Ausklang und der fast schon komödiantischen Abschlussrede in der Kirche in Oestrich-Winkel zu Ende.

Rheingau. (sf) – „Um die Synodentagung attraktiver zu machen, haben wir uns jetzt auch eine Tombola für alle Anwesenden ausgedacht: Als Hauptpreis steht ein Besuch vom Dekan oder ein Schnitzel mit Pommes zur Wahl“, fast schon wie Stand-Up-Comedy mutete die Abschlussrede von Dekan Klaus Schmid und seinem Stellvertreter Dr. Jürgen Loack in der evangelischen Kirche in Mittelheim zur Synodentagung des Dekanats Bad Schwalbach an.

Die beiden Festredner hatten sich in dem Abschlussgottesdienst, der von Tassilo Schlenther und der Neuen Rheingauer Kantorei mitgestaltet wurde, mit viel hintersinnigem Humor das Thema des Tages „Rückblick-Ausblick-Dank“ auf die Fahne geschrieben und gehen „staubtrockene“ Themen wie Doppik-Haushalt mit Satire an, sehr zum Gefallen der rund 50 Tagungsteilnehmer, die nach Oestrich-Winkel gekommen waren.

20151001 TAGUNG

Vorausgegangen war natürlich eine arbeitsreiche Tagung: Präses Löll hatte am frühen Morgen die Anwesenden der letzte Sitzung dieser Synode begrüßt: „Es ist letzte Synodentagung des Dekanats Bad Schwalbach vor der Vereinigung mit dem Dekanat Idstein. Die erste Tagung des daraus hervorgehenden Evangelischen Dekanats Rheingau-Taunus wird am 13. Februar stattfinden“, erklärte Präses Rainer Löll und begrüßte auch Propst Albrecht und Harold Spannaus, den Leiter der Regionalverwaltung Wiesbaden-Rheingau-Taunus. Gleich zu Beginn ging ein Glückwunsch an Wolfgang Ruck aus Adolfseck, der mit dem goldenen Kronenkreuz der Diakonie ausgezeichnet wurde für seine langjährige ehrenamtliche Arbeit in der Leitung der Diakoniestation Bad Schwalbach. Danach begann Dekan Klaus Schmid, der früher als Seelsorger in Geisenheim tätig war, die Tagung mit einem Lied und geistlichen Impuls. In seinem Bericht aus dem Dekanat stellte Klaus Schmid fest, dass dies man an diesem Tag in Oestrich-Winkel sich nicht nur zur letzte Tagung der XI. Dekanatssynode Bad Schwalbach getroffen habe, sondern das diese auch die letzte Tagung einer Synode des Dekanates sei, das am 31.12.2015 nach beinahe 200 Jahren aufhöre zu existieren: „Die 29 Kirchengemeinden werden zusammen mit denen des Dekanats Idstein zum neuen Evangelischen Dekanat Rheingau-Taunus gehören“. Inzwischen sei endlich auch der Pfarrstellenplan genehmigt, der für das Dekanat lediglich Umschichtungen der Pfarrstellen mit sich bringe, vorläufig aber keine Kürzungen. Dekan Schmid ging auch auf personelle Veränderungen ein: „Am 1. Mai 2015 hat Britta Nicolay als Gemeindepädagogin für die Konfirmanden- und Jugendarbeit die Nachfolge von Ramona Bort angetreten. Ramona Bort, die das Dekanat aus persönlichen Gründen auf eigenen Wunsch verlassen hat, ist dem Dekanat jedoch weiter verbunden: Sie war als Helferin beim Dekanatskonfirmandentag am letzten Sonntag dabei. Im Pfarrdienst hat Pfarrerin Monika Kreutz seit dem 1. Juli in Oestrich-Winkel einen 0,5-Vertretungsdienstauftrag für die Elternzeit von Pfarrerin Frahn-Langenau übernommen“. Vakant seien eine 0,5-Pfarrstelle in Rüdesheim, die 0,5-Jugendpfarrstelle im Dekanat und ein 0,5-Vertretungsdienstauftrag in Oestrich-Winkel. „Die Besetzung der freien 0,5-Bildungsstelle, die der Arbeitsgemeinschaft der beiden Dekanate Bad Schwalbach und Idstein zugeordnet ist, wird erst durch das neue Dekanat erfolgen“, so Schmid. Insgesamt werde die Pfarrerschaft älter, was zur Folge habe, dass die Präsenz der Kirche im Religionsunterricht der Schulen weniger werde: „Die Pflicht zum Erteilen von Religionsunterricht reduziert sich stundenweise mit dem Alter und erlischt schließlich ganz. Zum anderen steigt der Krankenstand spürbar“. Zur Frage wann die 0,5-Jugendpfarrstelle wieder besetzt wird, erläutert Dekan Schmid, dass diese als Pfarrvikarsstelle nicht ausgeschrieben werden kann, sondern durch die Propstei mit einem Pfarrvikar besetzt werden muss.

Im Rahmen der Tagung ging Rainer Löll auch auf die teilweise Verwirrung bei der Wahl der neuen Synodalen ein: „Da einige Gemeinden schon ihre neuen Vertreter gewählt haben, dachten einige, dass die heutige Tagung bereits die erste der neuen Synode sei. Tatsächlich jedoch endet die Amtszeit der Synodalen – anders als die der Kirchenvorstände – erst am 31.12.2015. Die Amtszeit der neu gewählten Synodalen der I. Dekanatssynode des Evangelischen Dekanats Rheingau-Taunus beginnt mit der konstituierenden Sitzung am 13.02.2016“. Er bat alle, die auch in der nächsten Wahlperiode gewählt werden, sich diesen Termin bereits zu notieren. Für die Übergangszeit sei die Geschäftsführung für das neue Dekanat im Fusionsvertrag geregelt, der in der letzten Synode im März 2015 verabschiedet wurde. „Beide Dekanatssynodalvorstände mit ihren Vorsitzenden bleiben bis zum 13.02.2016 kommissarisch im Amt, ebenso der Dekan in Bad Schwalbach und die Dekanin in Idstein“, so Löll.

In der konstituierenden Sitzung im Februar erfolge auch die Wahl eines neuen Dekans oder einer neuen Dekanin. „Die letzte Amtszeit von Dekan Schmid hat demzufolge nur drei Jahre gedauert. Nach einer 2. Ausschreibung liegen nun mindestens zwei Bewerbungen vor, mehr ist noch nicht bekannt. Im November erfolgt die Vorstellung der Kandidaten in einer gemeinsamen Sitzung der Dekanatssynodalvorstände zusammen mit Propst Albrecht“, so Löll.
Als nächstes stehe die Fusion mit dem Dekanats Idstein vor der Tür, die bereits seit mehr als einem Jahr von vorbereitet und durch Pfarrer Gäde und Pfarrerin Mattes sehr kompetent begleitet werde. „Ein Ziel ist die bessere Erreichbarkeit des Dekanatsbüros und eine höhere Qualität der Verwaltung als Dienstleister für die Kirchengemeinden, da dann 2 Sekretärinnen und 2 Verwaltungsfachkräfte zur Verfügung stehen. Der Umzug der Idsteiner Verwaltung erfolge jedoch erst nach der konstituierenden Synodentagung, voraussichtlich um Ostern herum. Das Haus der Kirche in Idstein bleibe erhalten: „Dort wird weiterhin der Idsteiner Jugendreferent und außerdem die Flüchtlingsbetreuung verortet sein“. Die sorgfältige Planung beim Umzug des Dekanats in das neues Büro schon für Zeiten nach der Fusion bewähre sich jetzt: „Die Räume wurden von der Kirchenverwaltung ohne Probleme genehmigt. Die Raumfrage erweist sich bei anderen Fusionen oft als wesentliche komplizierter“.

Sprachunterricht
Besprochen wurde auch das Thema Flüchtlinge: Schon vor einem Jahr sei die Flüchtlingsproblematik Thema der Tagung in Georgenborn gewesen. Der damalige Referent Pfarrer Lipsch stehe weiterhin für Beratung zur Verfügung. Jedoch sei eine Versorgung von Flüchtlingen durch Dekanat oder Kirchengemeinden allein nicht möglich. Wichtig sei hingegen die Zusammenarbeit der verschiedenen Institutionen. Ebenso sei es in Einzelfällen möglich, Einfluss auf behördliche Entscheidungen zu nehmen sowie Sprachunterricht zu organisieren und zu fördern, besonders für Flüchtlinge, deren Anerkennung noch aussteht. „Dabei muss ein Teil der Kosten von den Flüchtlingen selbst getragen werden. Ebenso wird darauf geachtet, dass die Kurse auch wirklich besucht werden. Die Finanzierung dieser Maßnahmen erfolgt aus dem im März beschlossenen Budget von 10.000 Euro für die Flüchtlingshilfe. 5.000 Euro davon werden als Zuschuss zu den Personalkosten für zwei hauptamtliche Mitarbeiter als Berater in Verfahrensfragen in der Trägerschaft des Diakonischen Werks Rheingau-Taunus verwendet“.