Yara Mimi Höhn vertritt die evangelische Rheingauer Jugend im Dekanat

Wiesbadener Kurier 11.02.2017 Von Jutta Schwiddessen.

OESTRICH-WINKEL - Sie vertritt die evangelische Jugend des Rheingaus im neu gestalteten Dekanat Rheingau Taunus und ist darauf auch ein wenig stolz. Darf sie auch sein, denn Yara Mimi Höhn (15) aus Winkel gehört zu den acht im Dezember gewählten Mitgliedern der Dekanats-Jugendvertretung, die künftig aktiv mitbestimmen, was für Jugendliche angeboten und getan wird.

 20170211 Yara Mimi Hoehn

Auch wenn die frisch in das Gremium gewählte Schülerin des Geisenheimer St. Ursula-Gymnasiums „noch nicht so recht weiß, was da alles auf mich zukommt“, ist sie überzeugt, dass es wichtig ist und Spaß machen wird. Wie zum Beispiel die Vorbereitung der Dekanatsjugendfreizeit, die in diesem Sommer in der Toskana stattfindet, und von ihr mitorganisiert und -betreut wird.

Die Jugendfreizeit war es auch, die die 15-Jährige sozusagen in den „aktiven Kirchendienst“ gelockt hat. Nach der eigenen Konfirmation vor zwei Jahren war sie in Kroatien dabei und hellauf begeistert, „besonders von den Leuten, die ich dort getroffen habe“. Ein bisschen gepusht von Dekanatsjugendreferentin Connie Gutenstein besuchte Yara Schulungen und ist heute selbst eine der jungen Teamer(innen), die Pfarrerin Mareike Fahn-Langenau einmal die Woche beim Konfi-Unterricht in Oestrich-Winkel begleiten. Die Schulungen, sagt Yara, die im Mai 16 wird, haben sich gelohnt. „Ich habe viel gelernt über Rechte von Kindern und Jugendlichen“, aber auch, wie man mit den kaum Jüngeren umgeht. „Eigentlich bin ich ja ein introvertierter Mensch“, meint Yara, doch jetzt falle es ihr deutlich leichter, auf andere zuzugehen. Kirche und Spaß, das passt für Yara bestens zusammen. Ein bisschen gegrübelt hat sie dennoch, ob sie sich den Dekanats-Jugendvorstand auch noch aufhalsen kann. Genau genommen ist die 15-Jährige nämlich rundum ausgelastet: Neben der Schule spielt die Tochter eines Bassisten und der Rheingauer Sängerin Dunja Koppenhöfer Bass-Gitarre (im Schulorchester und der eigenen Band „Lighthouse Lane“, in der sie auch singt), spielt Theater in Bad Schwalbach und nimmt Klavierunterricht. „Bis jetzt geht es aber mit dem Stress“, meint Yara optimistisch.

Und wie hält sie’s mit der Religion? Muss man bibelfest und glaubenstreu sein, um in der evangelischen Jugendarbeit aktiv mitzuarbeiten? „So streng ist das nicht“, aber man sollte wenigstens auf der Suche nach einer Antwort sein, ob es Gott gibt, meint Yara. „Wichtig ist es, nachzudenken, den Tag zu reflektieren, sich Gedanken zu machen, was die Welt an Schönem zu bieten hat, und dass das oft auch Kleinigkeiten sein können.“ Das steht für sie auch im Vordergrund der Gebetsstunden und Andachten, die auch bei den Dekanats-Jugendfreizeiten dazugehören.

Im Jugendvorstand werden Yara und ihre Kolleg(inn)en über die Kinder- und Jugendarbeit mitentscheiden, aber auch praktische Aufgaben haben – etwa die Vorbereitung von Jugendgottesdiensten des großen Dekanatskonfitages in Taunusstein oder eventuelle Beiträge für Kirchentage. Genau das eigentlich, was Yara interessiert: „Nette Leute treffen, Sachen organisieren und planen“, das sei ihr Ding.

Im Lutherjahr sind die jungen Vorstandsmitglieder auch aufgefordert, sich Gedanken über Beiträge zu diesem Thema zu machen. Yara Mimi Höhn hat daheim in Oestrich-Winkel bereits eine Aktion angeleiert. Genau genommen war’s eigentlich die Mama: Dunja Koppenhöfer wird gemeinsam mit den Jugendlichen der Oestrich-Winkeler Konfi-Gruppe ein Lied zum Lutherjahr schreiben und einstudieren, „ein Projekt, das sie selbst mit mir entwickeln“, sagt die Sängerin und Gesangslehrerin. Yara wird selbstverständlich dabei sein.